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Pelikan Uhren

Vor wenigen Jahren gründete Hubert Pellikaan in Utrecht seine eigene kleine Uhrenmarke und bringt seither mehrere Modelle seiner Reihe „Flying Dutchman“ auf den Markt. Mit holländischem Design, Schweizer Werken und der Uhrenleidenschaft des Inhabers will Pellikaan bei den Kunden punkten. Wir besuchten ihn in Utrecht und ließen uns seine Kollektion zeigen. Die Präsentation war überzeugend. Als wir uns verabschiedeten, hatten wir einen „Flying Dutchman“ gekauft.

Unser erster Gedanke: Der Taxifahrer muss sich geirrt haben. An einem trüben und windigen Nachmittag stehen wir ein wenig ratlos in einer Straße mit dem schwer aussprechbaren Namen Wittevrouwensingel in Utrecht und suchen Hubert Pellikaan. Er hat vor ein paar Jahren eine eigene Uhrenmarke gegründet und will uns heute seine kleine, aber feine Kollektion zeigen.

Wir checken noch einmal die Adresse. Stimmt, hier müsste es eigentlich sein. Doch am Hauseingang befindet sich kein Hinweis auf die Firma Pellikaan Timing. Vollends irritiert sind wir, als wir ein Schild entdecken, das auf eine Firma aus der Pharmabranche hindeutet. Sicherheitshalber rufen wir Hubert Pellikaan an. „Sie sind absolut richtig, ich komme gleich runter zur Eingangstür“, beruhigt er uns. Und schon hören wir ihn die Treppen hinabsteigen.

Flying Dutchman - Automatik
Flying Dutchman - Automatik

„Ich bin kein Uhrmacher, sondern im technisch-pharmazeutischen Bereich tätig, vor allem als Erfinder und Entwickler“, erklärt unser Gastgeber das Firmenschild am Eingang. Erstaunlich, wieder so einer. Bei unseren zahlreichen Besuchen in kleineren oder mittleren Uhrenateliers begegnen wir immer wieder Menschen, die eigentlich aus ganz anderen Berufen kommen und deren Leidenschaft für Zeitmesser so ausgeprägt ist, dass sie nicht nur außergewöhnliche Stücke besitzen, sondern schließlich auch eine eigene Uhrenmarke gründen möchten. Wir lernten auf diese Weise ehemalige Architekten und Bauingenieure kennen, Agenturinhaber und Chemielaboranten, Designer und Piloten. Insofern überrascht uns die sehr kurze Geschichte der sehr jungen Marke Pellikaan Timing nicht.

„Ich hatte schon immer eine ausgeprägte Affinität zu Uhren“, berichtet Hubert Pellikaan und zeigt uns einige Omega Vintage-Modelle – eine aus dem Jahr 1945. „Ich stellte bald fest, dass es schon immer sehr schöne Uhren gab. Aber leider auch hässliche, doch das ist nun einmal Geschmackssache“. Stolz zeigt uns Pellikaan eine Omega mit Astronauten-Armband – wie es sich für eine Moon-Watch geziemt.

„Dann baue ich meine eigene Uhr“

Im September 2007 fuhr Hubert Pellikaan gemeinsam mit seiner Frau nach Maastricht. „Ich hatte einige recht erfolgreiche, aber arbeitsintensive Wochen hinter mir und wollte mir zur Belohnung eine schöne Uhr gönnen“, erinnert sich der Uhrenfan. Er hatte eine Omega Planet Ocean und eine Panerai in die engere Wahl genommen. Doch so richtig überzeugt war er von keinem der beiden Zeitmesser. Stattdessen reifte in ihm eine ehrgeizige Idee: Wenn schon keine Uhr 100prozentig seinen Geschmack traf, warum sollte er sich dann nicht eine eigene Uhr bauen, die voll und ganz seinen Vorstellungen entsprach?

Pellikaan-Uhren
Schweizer Werk der Pellikaan-Uhren

Hubert Pellikaan war von dieser Vorstellung so fasziniert, dass er schon wenig später mit der Umsetzung begann. Er kaufte sich ein Designprogramm, nahm Kontakt auf mit wichtigen Zulieferern und Dienstleistern in der Schweiz, Deutschland und Großbritannien. Im Jahr 2009 schließlich ließ er seine Marke registrieren.

„Flying Dutchman“ heißt seine Kollektion, die sowohl Handaufzugsuhren als auch automatische Zeitmesser umfasst. Ihr gemeinsames Merkmal sind übersichtliche und leicht ablesbare Zifferblätter, deren Design unverwechselbar ist. Wer einmal eine Pellikaan-Uhr gesehen oder besser noch getragen hat, wird die Zeitmesser dieser Marke garantiert schnell wiedererkennen.

Bei den Uhrwerken setzt Hubert Pellikaan vor allem auf bewährte ETA-Qualität. Derzeit arbeitet der Uhrenfreund (Motto: „Auf Tradition basierend, offen zum Experiment“) an einem neuen Flaggschiff, das von einem Soprod-Werk angetrieben werden soll. Mehr möchte Pellikaan derzeit noch nicht verraten. Der Preis dieser Uhr dürfte zwischen 3200 und 3300 Euro liegen und damit die Spitze der aktuellen Kollektion bilden.

Handaufzugsuhr als Basismodell

Das Basismodell ist der „Flying Dutchman“ mit Handaufzug und einer markanten Krone. Im Inneren tickt mit dem ETA 6498-1-Werk ein alter Taschenuhr-Klassiker, besser bekannt unter dem Namen „Unitas“. Charakteristisch ist die Kleine Sekunde in der unteren Hälfte des Zifferblatts. Das Werk ist mit Genfer Streifen und gebläuten Schrauben verziert und kann durch den Saphirglasboden beobachtet werden. Natürlich verwendet Pellikaan auch für das Glas über dem Zifferblatt kratzfestes Saphirglas. Das Gehäuse dieses Basismodells für 890 Euro hat einen Durchmesser von 45 Millimetern. Das Zifferblatt gibt es in schwarz oder cremefarben. Die Handaufzugsuhr von Pellikaan ist auch als Limited Edition für den Fußballverein FC Utrecht erhältlich. Von dieser Uhr kamen 2011 lediglich 25 Stück auf den Markt – zu einem Preis von 995 Euro.

Ein besonderer Leckerbissen für Uhrenfreunde dürfte das Modell „Flying Dutchman center seconds“ sein. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Handaufzugsuhr mit besonderem Werk-Finishing. Zu den Besonderheiten gehören neben der Sekunde aus der Mitte (im Gegensatz zur ansonsten typischen Kleinen Sekunde) eine Schwanenhals-Feinregulierung und eine Glucydur-Unruh. Diese Uhr kostet derzeit 2490 Euro.

Flying Dutchman - Handaufzug
Flying Dutchman mit Handaufzug
Uhren für Individualisten

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das „Flying Dutchman“ Automatikmodell nur unwesentlich von der Handaufzugsvariante. Das Zifferblatt-Design ist identisch, es fehlt lediglich die Kleine Sekunde, da die Sekundenanzeige bei den Automatik-Uhren aus der Mitte erfolgt. Hubert Pellikaan baut das ETA Werk 2892A2 ein, dekoriert mit Genfer Streifen, Perlage und gebläuten Schrauben. Auch für diese Uhr mit einem Gehäuse-Durchmesser von 45 Millimetern verwendet Pellikaan ausschließlich Saphirglas. Wie das Handaufzugsmodell ist die Automatikuhr mit schwarzem und cremefarbenem Zifferblatt erhältlich. Zu allen Pellikaan-Uhren bekommt der Käufer zusätzlich noch ein schwarzes NATO-Armband. Für die Automatikuhr muss der Käufer 1490 Euro investieren.

Derzeit arbeitet Pellikaan an Tauchermodellen und Chronografen. Dabei will er sich Zeit nehmen: „Die Uhren kommen auf den Markt, wenn sie reif sind. Ich habe keine Deadline und brauche mich nicht unter Druck zu setzen“.

Uhren von Pellikaan bekommt man bei einigen Juwelieren in Holland, man kann sie aber auch direkt bei Hubert Pellikaan im Internet bestellen. Noch besser: Man vereinbart einen persönlichen Beratungstermin und lässt sich die „Flying Dutchman“-Modelle in Utrecht zeigen.


Unser Fazit: Eine Uhr von einem Individualisten für Individualisten. Das Design ist stringent, technisch verlässt sich Pellikaan auf „Swiss made“-Werke. Für eine kleine und bislang wenig bekannte Marke erscheinen die Preise noch akzeptabel, wenn auch auf diesem Niveau weitgehend ausgereizt. Wir entschieden uns übrigens für den „Flying Dutchman“ mit Handaufzug und cremefarbenem Zifferblatt (siehe Foto).

www.pellikaantiming.nl

Bilder: Pellikaan Timing