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TAG Heuer

Wer neben einer Schwäche für Luxusuhren auch eine ausgeprägte Leidenschaft für den (Renn)Sport besitzt, dem ist TAG Heuer als Produzent hochwertiger und prestigevoller Sportuhren und Chronographen sicherlich mehr als nur ein Begriff. Die Keimzelle des weltweit berühmten Uhrenunternehmens liegt im schweizerischen Saint-Imier. Dort gründete Edouard Heuer 1860 im Alter von 20 Jahren seine Uhrmacherwerkstatt. Mit Leidenschaft und Energie verfolgte er seine Ziele: Die Präzision ständig zu erhöhen und die Zeitmessung weiter zu treiben. Zahlreiche Patente zeugen von seiner Schaffenskraft und seinem steten Streben nach Verbesserung. Seine erste eigene Entwicklung im Bereich Kurzzeitmessung wurde 1882 patentiert.

Den Antrag auf Patenterteilung für einen perfektionierten Chronographenmechanismus gab der Pariser Ingenieur Dreyfous höchstpersönlich beim französischen Wirtschaftsministerium ab. Der geniale Schwingtrieb, mit dem Edouard Heuer Chronographen technisch einfacher und auch billiger produzieren wollte, wurde anno 1887 patentiert. 1889 stellte Edouard Heuer seine Uhren mit großem Erfolg auf der Pariser Weltausstellung aus. Drei Jahre später starb er im Alter von erst 52 Jahren; sein Sohn Jules Edouard Heuer führte das Unternehmen weiter.

Jack Heuer
Jack Heuer

Zielgruppe junge Sportler

Das Familienunternehmen prosperierte und machte in der Fachwelt immer wieder mit Neuerungen von sich reden. So führte Ed. Heuer & Co. 1914 einen der ersten am Handgelenk getragenen Chronographen ein, ein Jahr später folgte die erste wasserdichte Armbanduhr, die ‚Aquatic’. In den schwierigen Jahren zwischen 1918 und 1945 wuchs das Unternehmen allerdings nur wenig. Das lag vor allem daran, dass es während des Zweiten Weltkriegs nicht mit Geleitscheinen in die USA exportieren durfte, eine Möglichkeit, die viele andere schweizerische Uhrenfirmen hatten. Denn die bei Heuer produzierten Stoppuhren und Chronographen galten als kriegswichtig und durften folglich nicht in die Hände der Alliierten fallen. Aus dieser Not heraus konzentrierte sich Ed. Heuer & Co. auf eine Nische: Junge Sportler, die das Schweizerische Sportabzeichen erwerben wollten. Sie erhielten ein kostenloses Büchlein für ihre Trainingsergebnisse. Und weil in diesem Büchlein natürlich für Heuer geworben wurde, erfreuten sich die Uhren des Unternehmens bald großer Beliebtheit in dieser Zielgruppe.

Doch das kompensierte die schlechten Umsatzzahlen aus dem US-amerikanischen Markt nicht, der zwei Drittel der weltweit produzierten Handstoppuhren abnahm. Als 1958 der Urenkel des Firmengründers, Jack William Heuer, in das Familienunternehmen eintrat, betrug der Marktanteil von Ed. Heuer & Co. dort gerade einmal zwei Prozent, der Jahresumsatz lag bei mageren 1,7 Millionen Franken. Als diplomierter Elektroingenieur hatte Jack Heuer anfangs wenig Interesse an einer Tätigkeit in der Uhrenfirma. Auch das Jahr ‚Probezeit’, das er auf Bitten seines Vaters Charles-Edourard im elterlichen Betrieb absolviert hatte, überzeugte ihn nicht wirklich. Das lag vor allem daran, dass ihm die Firma mit 35 Mitarbeitern als zu klein erschien, neben seinem Vater und seinem Onkel Hubert war keine dritte Führungskraft erforderlich. Als dann aber die Familienliegenschaft in Biel veräußert wurde, ergaben sich mit den nun freiwerdenden Mitteln endlich Spielräume für Investitionen, die Wachstum des Unternehmens versprachen. Jack W. Heuer gefiel diese sich abzeichnende Herausforderung außerordentlich Er nahm von seinen bisherigen Plänen Abstand und trat als Juniorchef und designierter Nachfolger seines Vaters in das Unternehmen ein.

Heuer übernimmt Leonidas

Mit dem Auftrag, das US-Geschäft anzukurbeln und eine eigene amerikanische Filiale aufzubauen, ging Jack Heuer nach New-York. 1959 gründete er zunächst in New York City, später in Springfield, New Jersey, die Heuer Time Corp., heute TAG Heuer USA. Als sein Onkel Hubert sich aus dem Unternehmen zurückzog, gelang es Jack Heuer, sich eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen zu sichern. Er erwies sich als begabter Geschäftsmann, Ed. Heuer & Co. war bald das am schnellsten wachsende Schweizer Uhrenunternehmen. Dazu trugen nicht unwesentlich seine exzellenten Marketingkenntnisse bei, die er sich während seiner vier USA-Jahren angeeignet hatte und die auf dem europäischen Kontinent zu dieser Zeit noch wenig geläufig waren.

1964 übernahm Ed. Heuer & Co. seinen wichtigsten Mitbewerber Leonidas in Saint-Imier und nannte sich fortan Heuer-Leonidas. 1970 wagte Heuer-Leonidas als zweite Uhrenfirma in der Schweiz den Gang an die Börse. Die Aktien waren mehrfach überzeichnet. Just einen Tag nach der erfolgreichen Emission wurde die Börse von einem großem Crash erschüttert. Trotz großer geschäftlicher Erfolge konnte die Aktie ihren erstmals kotierten Preis nie mehr erreichen.

Aus Heuer-Leonidas wird TAG Heuer

Von der Zukunft der Elektronik-Uhr überzeugt, stieg Heuer-Leonidas früh in die Halbleitertechnologie ein. Das Unternehmen war mittlerweile in rund 100 Ländern vertreten. Die Abwertungen des US-Dollars führten jedoch dazu, dass schweizerische Uhren in den USA nur mit massiven Preisaufschlägen angeboten wurden, was sie quasi unverkäuflich machte. Im Gegensatz dazu blieben japanische Uhren durch die Bindung des Yen an den Dollar preisstabil. Das läutete in der Schweiz eine schwere Krise der gesamten Uhrenindustrie ein, von der auch Heuer-Leonidas nicht verschont blieb. 1975 sank der Umsatz der Firma um 40 Prozent.

1982 wurde Heuer-Leonidas von Piaget übernommen und drei Jahre später an die Investmentgruppe TAG (Techniques d’Avantgarde) verkauft. Unter der Leitung von Christian Viros wurde die Marke TAG Heuer erfolgreich lanciert. Seit 1999 gehört TAG Heuer zum französischen Luxusgüter-Hersteller Moet Hennessy Louis Vuitton S. A. (LVMH). Jack Heuer machte sich als Management Berater selbständig und ist seit 2001 als Ehrenpräsident von TAG Heuer tätig. Daneben berät er die Marke bei der Entwicklung neuer Produkte und unterstützt den Aufbau des Firmenmuseums in La Chaux-de-Fonds.

TAG Heuer Monaco
TAG Heuer Monaco

Hochpräzise Zeitmesser

In den 160 Jahren Firmengeschichte gelang dem Unternehmen eine Reihe stark beachteter Neuerungen, die zum Teil patentiert wurden. 1916 lancierte es die Micrograph-Stoppuhr, die eine Genauigkeit von 1/100 Sekunde erreichte, 1950 kam der erste Chronograph mit Weltzeitenanzeige und Ziffernblatt für Regatten heraus, 1969 stellte das Unternehmen den Microtimer vor, der kleinste Zeiteinheiten messen konnte und dabei die Präzision der 1/1000 Sekunde meisterte. 1975 lancierte Heuer-Leonidas den weltweit ersten Armband-Chonographen mit kombinierter LED-LCD-Anzeige: Den ‚Chronosplit’, auf dessen LED-Display Kurzzeitmessungen auf 1/100 Sekunde genau abgelesen werden konnten. 1983 folgte der erste Quarzchronograph mit Analoganzeige. Als Leckerbissen für die Fangemeinde präsentierte TAG Heuer schließlich 2005 den ersten mechanischen Chronographen mit 1/100stel Sekunde Messgenauigkeit.

Seit langem ist die Marke Heuer bzw. TAG Heuer mit dem Spitzensport verbunden. 1920 (Antwerpen), 1924 (Paris), 1928 (Amsterdam) und 1980 (Lake Placid und Moskau) war das Unternehmen Offizieller Zeitnehmer bei den Olympischen Spielen. Von 1989 bis 1995 war es Offizieller Zeitnehmer bei der Ski-Weltmeisterschaft und lieferte die Zeitnahmeinstrumente für den amerikanischen und den kanadischen Verband.

Offizieller Zeitnehmer für Ferrari

Als Meilenstein der Firmengeschichte gilt die Verpflichtung durch Ferrari als Offizieller Zeitnehmer in den 1970’er Jahren. Da Ferrari den Ergebnissen der offiziellen Zeitnahme an Langstreckenrennen misstraute, baute Heuer-Leonidas einen speziellen Zeitmessdrucker, der die Identifikation der Rennwagen wie auch deren Rundenzahl und Rundenzeit dokumentierte. Als Gegenleistung prangte fortan das Heuer-Logo auf allen F1- und GT-Wagen von Ferrari, die Piloten trugen es auf dem Overall.

1976 stellte das Unternehmen der FIA Fédération internationale de l’Automobile die innovative Transponder-Technologie vor, ein automatisiertes Fahrzeugidentifizierungs- und Zeitmesssystem (ACIT), mit dem die Zeiten aller Rennwagen registriert werden konnten.

Von 1992 bis einschließlich 2003 stellte TAG Heuer die Zeitmessgeräte für die Formel 1. Heute werden sie nur noch von Ferrari und McLaren Mercedes verwendet. 2003 übernahm das Unternehmen die offizielle Zeitmessung für die Alpine Skiweltmeisterschaft in St. Moritz. Und seit 2004 ist es Offizieller Zeitnehmer bei der amerikanischen Indy 500 Rennserie. Zu diesen letztgenannten Anlässen lancierte das Unternehmen spezielle Chronographen in limitierter Auflage.

Kompromisslose Funktionalität

Uhren von TAG Heuer punkten durch kompromisslose Funktionalität, innovatives Design und technische Spitzenleistungen. Die Unternehmensphilosophie verpflichtet die Marke zum kühnen und bahnbrechenden Streben nach Perfektion. Die Kollektionen der Marke umfassen die Taucheruhr Aquaracer, die elegante Sportuhr Link als Neuauflage des berühmten S/el Designs, die 1969 vom Rennsport inspirierte Carrera, die legendäre Monaco, die Steve McQueen 1970 bei den Dreharbeiten zu ‚24 Stunden von Le Mans’ trug und die 2003 in der Monaco Sixty Nine neu erfunden wurde, die sportliche TAG Heuer Formula 1, Specialists, die 1997 eingeführte Kirium, Konzept Uhren, die laut TAG Heuer als ‚Prüfstein für die Zukunftsorientierung der Marke im Luxusuhrensegment’ stehen, und seit 1999 eine spezielle Damenkollektion. Die erste von TAG Heuer exklusiv für Damen entwickelte Uhr war die ‚Alter Ego’.

Die Marke setzt in der Werbung auf bekannte Köpfe. Neben prominenten Sportlern wie Kimi Räikkönen, Juan Pablo Montoya oder Tiger Woods zählen mit Brad Pitt und Uma Thurman auch Schauspieler zu den Botschaftern von TAG Heuer.

Bilder: TAG Heuer